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Stammbaumanalyse

Das Analysieren von Stammbäumen ist eine grundlegende Methode der klassischen Genetik. In diesem Tafelbild wird dir anhand einfacher Beispiele gezeigt, worauf du bei der Analyse eines Stammbaumes achten solltest.

Tafelbild das die Regeln der Stammbaumanalyse anhand von dominanten, rezessiven, gonosomalen und  autosomalen Beispielen visualisert.

 

Sollten dir einige der Fachbegriffe in der Erklärung unbekannt sein, verschaffe dir erst einen Überblick über die Grundbegriffe der klassischen Genetik. Alle Individuen in den Stammbäumen, bei denen das Merkmal im Phänotyp ausgeprägt wird, sind farbig hinterlegt.

 

rot: gonosomal-rezessiv

Als erstes fällt auf, dass nicht alle Generationen vom Merkmal betroffen sind, dies ist ein klares Indiz für einen rezessiven Erbgang. Darüber hinaus sind nur männliche Individuen betroffen, was ein Hinweis für einen gonosomalen Erbgang ist. Das Beschriften der vermuteten Genotypen zeigt anschliessend, dass ein gonosomal rezessiver Erbgang möglich ist. 

Ohne Beschriftung der Genotypen könnte im gleichen Stammbaum jedoch auch ein autosomal-rezessiver Erbgang vorliegen, die Voraussetzung dafür wäre, dass das rot umrandete Individuum ebenfalls Konduktor ist und ein entsprechendes Allel trägt. Gonosomal-rezessiv ist somit die einfachste, jedoch nicht die einzige mögliche Variante.

 

blau:  gonosomal-dominant

Es fällt auf, dass alle Generationen vom Merkmal betroffen sind, dies ist ein Indiz für einen dominanten Erbgang. Weiter fällt auf, dass im markierten Bereich alle Töchter des männlichen Individuums betroffen sind und der Sohn nicht, da ein Vater an seine Töchter ein X- und an seine Söhne ein Y-Chromosom gibt. Dies wäre zwar auch bei einem autosomal-dominanten Erbgang möglich, die Wahrscheinlichkeit dafür wäre jedoch sehr gering. Daher ist gonosomal-dominant die bestpassende, jedoch nicht die einzige mögliche Variante der Vererbung.

 

gelb: autosomal-rezessiv

Wiederum sind nicht alle Generationen betroffen, was ein klares Indiz für einen rezessiven Erbgang darstellt. Zusätzlich sind männliche wie auch weibliche Individuen betroffen, weshalb was für einen autosomalen Erbgang spricht. Damit dieser jedoch so stattfinden kann muss durch das mit Pfeil markierte Individuum ebenfalls ein entsprechendes Allel tragen und Konduktor sein. Die Alternative eines gonosomal-rezessiven Erbganges kann hier klar verworfen werden, weil in diesem Fall die beiden umkreisten Individuen ebenfalls krank sein müssten. Hier ist folglich nur der autosomal-rezessive Fall möglich.

 

grün: autosomal-dominant

Es fällt auf, dass alle Generationen vom Merkmal betroffen sind, dies ist ein Indiz für einen dominanten Erbgang. Da jedoch der Sohn eines betroffenen Vaters im eingekreisten Bereich betroffen ist und nicht alle seine Töchter betroffen sind, kann es sich hier nicht um einen gonosomal-dominanten Erbgang handeln, da dabei die Töchter zwingend betroffen sein müssten, da sie in jedem Fall das betroffene X-Chromosom vom Vater bekommen würden und der Sohn nicht betroffen wäre da er lediglich das Y-Chromosom von seinem Vater bekommt.

 

 

Quellen:

Introduction to genetic Analysis 9th Edition, Griffiths et al., 2008, Freeman Verlag